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Dr. Dr. med. Matthias Sießegger

Ende

 

Fragen zu ambulanten Pflegediensten 
und Antworten von Thomas Sießegger

Stand: 19. Juni 2007

Hier entwickelt sich eine Seite immer weiter, auf der Ihre Fragen beantwortet werden. 
Somit entsteht im Lauf der Zeit eine Möglichkeit, zu unterschiedlichen Problemen 
Lösungsvorschläge von Thomas Sießegger zu erhalten.

Regeln:
Es besteht kein Anspruch auf Beantwortung der Fragen.
Die Namen der fragenden Personen werden nicht genannt oder sie sind frei erfunden [es sei denn, Sie wünschen explizit die Nennung Ihres Namens].
Es können nur Fragen beantwortet werden, die per Email an die folgende Adresse gerichtet werden: fragen@siessegger.de
Die Dauer bis zur Beantwortung ist sehr unterschiedlich.

Anmerkung:
Ich muß hier wohl einige Änderungen in der Darstellung machen. Das ganze liest sich nicht so gut. 
Ich habe aber leider im Moment nicht so viel Zeit. Also bitte ich um etwas Geduld, bis diese Seite "besser zum Lesen" ist. 
Schöne Grüße: Thomas Sießegger

 

Fragen

 

Arbeitsrecht, Ausbildung zur Pflegedienstleitung, Kosten (bei Ausscheiden aus dem Betrieb), Anrechnung der Weiterbildung als Arbeitszeit?

Bezahlung einer stellvertretenden Leitung innerhalb eines Tarifsystems

Dienstfahrzeuge in der ambulanten Pflege, 1

Dienstfahrzeuge in der ambulanten Pflege, 2

EDV-gestützte Personal-Einsatzplanung

Existenzgründung / Übernahme eines Pflegedienstes?

Existenzgründungskonzept

Pflegedienst als GmbH mit 4 Teilhaberinnen

Grammatik, Rechtschreibung, Existenzgründung

Differenzierte Berechnung der Stundenkosten (Investitionskosten) für SGB XI und SGB V

Korrelation von Erlösen und Stunden der Pflege-Mitarbeiter  

Angemessene Leitungsquote

Overheadkosten: Welcher Anteil ist angemessen?

Sollen die Investitionskosten bei der Kalkulation im Rahmen der Personal-Einsatz-Planung berücksichtigt werden?

Pflege-Buchführungs-Verordnung

Finanzierung der Rufbereitschaft

Selbstzahleranteil bei SGB XI-Leistungen: Wie bucht man diese nach den Anforderungen der PBV?

Unterschiede zwischen öffentlichen und privaten Pflegediensten

Beginn als Verwaltungskraft im Pflegedienst

Kostenkalkulation von Zivildienstleistenden

 

 


Frage am 7. Oktober 2006

 

Ich arbeite seit fast drei Jahren in einem Pflegedienst und möchte aus für mich unwirtschaftlichen Gründen aus dem Betrieb zum 1.Januar 2007 ausscheiden. Da gibt es aber einige Probleme:
1. vom Juni 2005- Juli 2006 habe ich an einem Qualifikationslehrgang zur PDL teilgenommen, auf Wunsch des Arbeitgebers, die Kosten dafür wurden vom Arbeitgeber übernommen. Seit der Bekanntgabe meiner Kündigung verlangt meine Arbeitgeberin die vollen Kosten für die Ausbildung von mir zurück. Ich bin nicht bereit zu zahlen, da kein Vertrag besteht in dem die Rückzahlung oder Verpflichtung des Arbeitsverhältnisses auf einige Jahre festgehalten ist. Bin ich im Recht ? 
2. Wenn ich für den Betrieb ausserhalb des Hauses an Weiterbildungen teilnehme, könnte ich mir doch die Stunden als Arbeitszeit anrechnen ? Oder nicht ?
Freue mich auf Ihre Antwort.
Mfg.

 

Antwort am 8. Oktober 2006

Guten Abend Herr Mfg,

zunächst einmal muß ich erwähnen, daß ich nicht befugt bin, arbeitsrechtliche Auskünfte zu erteilen, da ich nicht Jurist bin, sondern Dipl.-Kaufmann.
Aber vielleicht helfen Ihnen ja meine Erfahrungen und meine Meinung weiter? Ich hoffe es.

Also:
Meines Erachtens besteht kein Recht Ihres Arbeitgebers, die Kosten für die Ausbildung zurück zu verlangen, 
a) da sie auf Wunsch des Arbeitsgebers erfolgte.
b) da es keine schriftliche Regelung gibt, was passiert wenn Sie relativ kurz nach der Ausbildung den Betrieb verlassen.
Soweit das Formale aus meiner Sicht. Für verlässliche Informationen werden Sie einen Anwalt bemühen müssen.
Nun zur Bewertung des Ganzen:
Üblich ist es, daß vertraglich vereinbart wird, 
- daß im 1. Jahr nach Ausbildung, bei gleichzeitigem Verlassen des Betriebes die vollen Kosten der Ausbildung vom Arbeitnehmer zu übernehmen sind, 
- nach einem Jahr nach Ausbildung, bei gleichzeitigem Verlassen des Betriebes: 2/3 der Kosten, 
- nach zwei Jahren nach Ausbildung, bei gleichzeitigem Verlassen des Betriebes: 1/3 der Kosten,
- nach drei Jahren sind sie "frei".
Insofern ist das - unabhängig von der rechtlichen Situation - nicht ganz fair von Ihnen.
... würde ich sagen.
Ich hätte aber auch einen schriftlichen Vertrag mit Ihnen geschlossen; Nachlässigkeit des Arbeitgebers. ;-((

Der zweite Punkt Ihrer Frage:
Auch bei der zweiten Frage (Weiterbildungen außerhalb des Hauses) sind Sie wahrscheinlich im Recht.
Für verlässliche Informationen werden Sie wahrscheinlich wieder einen Anwalt bemühen müssen.
Genau so wie im ersten Fall würde ich aber das Ganze bewerten:
Wäre ich Pflegedienstinhaber, würde ich meinen Mitarbeitern Fortbildungen natürlich bezahlen.
Aber ich würde erwarten, daß sie diese nicht (voll) als Arbeitszeit anrechnen, da sie ja selbst auch einen großen Nutzen davon haben.
Wenn "meine fiktiven Mitarbeiter" (ich habe ja keinen Pflegedienst) dem nicht zustimmen würden, schicke ich sie eben nicht auf Fortbildung.
Dann können sich andere auf meine Kosten weiter entwickeln.

Aber hier steht meines Erachtens deutsches Arbeitsrecht entgegen der Realität.
Vielleicht sehe ich das zu sehr als Arbeitgebervertreter, mag sein.
Es ist auch nur (m)eine Meinung.

Sie sind vermutlich im Recht.
Beste Grüße aus dem Wochenende
sendet Ihnen Thomas Sießegger


Frage am 21. September 2006


Sehr geehrter Herr Sießegger,

Sie empfehlen in einem von Ihren Antworten mindestens 51% am Pflegedienst zu erwerben. Gleichzeitig kenne ich aus dem KV-Bereich, daß eine Einzelpraxis Auslaufmodell ist und den Kooperationsformen (Gemeinschaftspraxis mit mehreren Partnern usw) die Zukunft gehört.

Was halten Sie von einem Modell mit 4 Teilhaberinnen (alle Krankenschwester, 3 davon mit PDL-Kurs) einer GmbH mit je 25%-Beteiligung. Angestrebt sind mindestens 100 Patienten. Wo sehen Sie Vor- bzw Nachteile?

Vielen Dank. 

Dr. Julia Schiwago 

 

 

Antwort am 8. Oktober 2006

Guten Abend Frau Dr. Schiwago,

entschuldigen Sie bitte zunächst einmal meine späte Rückmeldung, ich "versinke" zur Zeit etwas in Arbeit.

Nun zur Antwort:

Also, erstens einmal können nicht 4 Menschen von einem Pflegedienst leben, der nur 100 Patienten versorgt.
Die Gewinnspanne reicht m.E. aus für eine Person,
die davon (sehr) gut leben kann als Alleingesellschafter, aber auch nur dann, wenn sie alles "richtig" macht.

Zweitens:
Vier Personen bergen eine große Gefahr, daß es zu Unstimmigkeiten kommt.
Das muß nicht sein, aber ich kann es mir schwer vorstellen und habe es auch noch nicht in der Praxis gesehen.
Wenn Sie mich fragen, was ich davon halte?
Nicht viel.

Ich hoffe Sie sind mir nicht böse, wegen der klaren und eindeutigen Aussage?
Ich kann sie nicht 100%-ig belegen, aber es schwingen gewisse Erfahrungen und Befürchtungen mit.

Beste Grüße - und alles Gute:

Thomas Sießegger

 

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Frage am 20. September 2006

 

Sehr geehrter Herr Sießegger,

warum wird der Stundenaufschlag der Investitionskosten gemäß § 82 Abs. 2 SGB XI nur bei Leistungsbereichen für SGB V dazuberechnet? 
Geht man in diesem Beispiel davon aus, dass das zuständige Bundesland diese Kosten auf alle Fälle übernimmt?
Vielen Dank

Gabi Kost

 

 

Antwort am 5. Oktober 2006

Guten Abend Frau Kost,

Im SGB XI gibt es eine sogenannte dualistische Finanzierung. Zwei, die finanzieren.
Für die Finanzierung dieser Leistungen sind
1) die Pflegekassen und nachrangig die Selbstzahler und dann die Sozialhilfeträger zuständig.
    Diese übernehmen die Pflegebedingten Aufwendungen.
2) die Länder / Landkreise / Kommunen - und nachrangig Selbstzahler und dann die Sozialhilfeträger zuständig.
    Diese zweite Zuständigkeit betrifft aber die anteiligen Investitionskosten 
    (bei einem ambulanten Pflegedienst sind das überwiegend "die Autos, der Computer und die Miete").
    Sollten die Länder / Landkreise / Kommunen "keine Lust" haben oder nicht genügend Geld für die Finanzierung 
    der anteiligen Investitionskosten im SGB XI bezahlen,
    so sind die Selbstzahler und dann die Sozialhilfeträger "an der Reihe".

Im SGB V (und auch in allen anderen Leistungsbereichen) gibt es die sogenannte monoistische Finanzierung.
Nur ein Leistungsträger ist für die Finanzierung der Pflegekosten zuständig, d.h. die Kosten werden nicht künstlich aufgeteilt.

Bei der ganzheitlichen Leistungserbringung bedeutet das natürlich ein Wirrwarr an differenzierter Berechnung, die kein Normalbürger oder Kunde versteht.

Natürlich ist es so, daß wenn man nach den Kosten einer Stunde fragt, es egal ist für wen man diese Stunde (Leistung) erbringt.
Aber aufgrund der gesetzlichen Vorgaben ist es eben so, daß die anteiligen Investitionskosten (im Rahmen der gesamten Sachkosten) im SGB XI heraus gerechnet werden müßten,
würde man diese Leistungsstunde der Pflegeversicherung in Rechnung stellen. Den Differenzbetrag müßte man dann dem Pflege-Kunden oder dem Sozialhilfeträger in Rechnung stellen.

Immer mehr Bundesländer ziehen sich aus der Finanzierung der Investitionskosten aufgrund klammer Kassen zurück.

Leider berechnen viele Pflegedienste diese Differenz nicht den Pflege-Kunden, was eigentlich - so könnte man es Ihnen vorwerfen - bedeutet, daß die Pflegedienste es "nicht nötig haben" - und somit die Vergütungen SGB XI zu hoch sind.

Als Grund angegeben wird von den Pflegediensten aber die vermeintliche Benachteiligung im Wettbewerb, wenn manche Pflegedienste die Investitionskosten berechen, andere aber nicht.

Alles also ziemlich kompliziert.

 

Ich hoffe, ein bißchen Klarheit geschafft zu haben?

Schöne abendliche Grüße: Thomas Sießegger

 

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Frage am 4. Oktober 2006


Sehr geehrter Herr Sießegger,

Ich hätte noch eine Frage. Wir wollen in naher Zukunft den Bereitschaftsdienst vergüten. Gibt es Anhaltszahlen? Oder wenn nicht, wissen Sie wo ich mich schlau machen kann?

Mit freundlichen Grüßen

Hildegard Moneypenny

Antwort am 5. Oktober 2006

 

Guten Tag Frau Moneypenny,

 

Zu Ihrer Frage:

"Normalerweise" müßte - gem. Tarifverträgen - die Bereitschaft (z.B. zw. 22 und 6 Uhr) mit 12,5% des Stundenlohns für die entsprechende Mitarbeiterin entlohnt werden.
Das ist jedoch viel zu teuer, als daß es sich jeder einzelne Pflegedienst leisten könnte/sollte.
Deshalb zahlen viele Pflegedienste abweichend den beteiligten Mitarbeitern eine Pauschale, die darunter liegt - oder lassen es gleich die PDL machen,
bei der es sozusagen mit dem Gehalt abgegolten ist.

Eine weitere elegante Möglichkeit ist es,
a) die selbst aufgebaute und finanzierte Rufbereitschaft anderen Pflegediensten für eine Pauschale zu verkaufen und somit die eigenen Fixkosten zu reduzieren, oder es sich gleich unter mehreren Pflegediensten aufzuteilen.
b) sich bei anderen Pflegediensten (die schon eine Rufbereitschaft aufgebaut haben) sozusagen in umgekehrter Richtung wie a) einzukaufen.

Beide Varianten a) und b) lassen sich noch qualitativ verbessern, wenn
1) eine Taxi-Zentrale engagiert wird, welche die Mitarbeiter auch nachts in "dunkle Gegenden" hin- und zurück fährt - oder
2) der Einsatz eines Navigationssystems das Auffinden auch weiter verstreuter Adressen ermöglicht.

Beide Varianten a) und b) müssen natürlich vertraglich abgesichert sein, und es muß gewährleistet sein, daß über den Nachteinsatz keine Kunden abgeworben werden.

Das ist jedoch - wie viele Beispiele zeigen - ohne weiteres in der Praxis umzusetzen.

Noch Fragen? Gerne!

Beste Grüße: Thomas Sießegger

 

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Frage am 30. Mai 2006


Sehr geehrter Herr Sießegger,

meine frage bezog sich auf dienstwagen im ambulanten pflegebereich. ich arbeite seit einigen jahren in einem ambulanten pflegedienst. dienstfahrten werden nur mit privat-pkw gefahren. dafür bekommen die mitarbeiter eine fahrkostenpauschale von rund 100 euro, die die tatsächlichen ausgaben an benzin nicht decken. die chefin zahlt keine erhöhte pauschale bzw. stellt den mitarbeitern keine dienstwagen zur verfügung. was kann ich tun ?

Brian Eno

 

Antwort am 30. Mai 2006

 

Guten Abend Herr Eno,

 

eigentlich müßte Ihre Chefin ca. 30 Ct. pro gefahrenen Kilometer bezahlen. Das ist normalerweise üblich.

Das müßte die Benzinkosten ohne weiteres abdecken und sogar ausreichen, um die Abnutzung des Autos, die Reparaturen, Steuern usw. einigermaßen abzudecken.

Vermutlich haben Sie aber bei Vertragsabschluß diese pauschale Regelung akzeptiert, so daß Sie wahrscheinlich nicht viel dagegen machen können; vielleicht könnte Ihnen ein Rechtsanwalt einen Klaggrund nennen; aber ist es das, was Sie wollen.

Ich verstehe aber Ihre Unzufriedenheit sehr gut! Das ist nicht fair von Ihrer Chefin.

Ihre Chefin tut sich mit "dem Sparen auf Kosten der Mitarbeiter" aber auch keinen Gefallen.

1. Sie und bestimmt auch Ihre Kolleginnen sind unzufrieden.

2. Die einheitliche Gestaltung der Fahrzeuge, Sauberkeit und Wiedererkennungswert sind enorm wichtig für einen ambulanten Pflegedienst und sind kaum in Geld zu messen. Besser wäre es, Dienstwagen zur Verfügung zu stellen.

 

Was Sie auf aber jeden Fall machen können, ist Differenz zwischen tatsächlichen Ihnen entstandenen Kosten und der Erstattung steuerlich geltend zu machen in Ihrer persönlichen Steuererklärung.

 

Und, vielleicht weisen Sie Ihre Chefin einmal auf diese unter 2. genannten Aspekte hin?

Und, lesen Sie doch mal dieses:

 

Mehr kann ich Ihnen leider nicht sagen..

 

Beste Grüße: Thomas Sießegger


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Frage am 04. April 2006


Sehr geehrter Herr Sießegger,

seit Anfang dieser Woche arbeite ich bei einem Pflegedienst in der Verwaltung. Meine erste Aufgabe besteht nun darin, die vorliegende Betriebswirtschaftliche Auswertung dahingehend aufzuarbeiten, dass sie der Pflegebuchführungsverordnung entspricht. Ich war vorher in der Steuerberatung / Abschlussbearbeitung tätig und hatte nur mit der Zahlenauswertung nach Handels- bzw. Steuerrecht zu tun. Im Vorfeld wurde die Pflegedokumentation von einem Steuerbüro übernommen. Nun soll es aber intern, eben von mir, erfolgen. Da ich mir schon einige Beiträge von Ihnen durchgelesen habe, weiß ich, wie umfangreich dieses Thema ist. Meine Fragen richten sich daher auch nur auf die Grundlagen: Ist es überhaupt möglich, allein - also ohne weiterführende Software, diese Auswertung aus der normalen BWA zu erstellen?  Wenn ja, könnten Sie mir vielleicht mit einem Buch-, Software- oder Seminartipp weiterhelfen, damit ich mich ganz ausführlich mit dem Thema beschäftigen kann?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen und verbleibe 

 

mit freundlichen Grüßen

Berta Cent

 

Antwort am 5. Mai 2006

 

Guten Abend Frau Cent,

hier kommt nun doch eine späte Antwort.

 

Ja, es ist im Prinzip ganz einfach - ohne weiterführende Software - eine Buchführung gem. der PBV aufzubauen.

Drei Bedingungen:

1.] Sie dürfen die Kosten nicht entsprechend den Erträgen aufteilen, denn das würde dem geforderten Prinzip der Kostenverursachung widersprechen.

2.] Sie müssen Informationen haben, wie sich die ZEITEN auf die Bereiche SGB V, SGB XI, SGB XII und die Privatzahler verteilen.

3.] Sie müssen Informationen haben, wie sich die HAUSBESUCHE auf die Bereiche SGB V, SGB XI, SGB XII und die Privatzahler verteilen.

 

Software-Tipp:

Kostenlos erhalten Sie eine EXCEL-Datei mithilfe derer Sie die Kostenstellenrechnung einfach bewältigen können (bitte zum Download einfach nur Klicken):

 

Anbei noch Literatur- und Seminar-Tipps.

 

Ich hoffe, Ihnen damit geholfen zu haben.

 

Mit den besten Grüßen aus Hamburg: Thomas Sießegger

 

 

Literatur-Tipps:

1.) Die Seite von Andreas Heiber www.syspra.de unter der Rubrik "Wirtschaftlichkeit" und danach "Kostenrechnung".

2.) Das Buch von Andreas Heiber:

Kostenrechnung für die ambulante Pflege
Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung für die Praxis
Vincentz Network Hannover 2002
Mehr zum Thema Kostenrechnung: hier
Weiteres zum Thema unter Wirtschaftlichkeit

Zur Bestellung: hier

 

3.) Literatur-Tipps von meiner Wenigkeit (zum Download bitte immer nur die jeweilige Zeile klicken):

Sießegger, Thomas: PDL praxis 12/2001: Daten und Fakten. Checkliste zu den notwendigen Zahlen in einem ambulanten Dienst. In: Häusliche Pflege, 12/2001, S. 5-6 im Innenheft.

Sießegger, Thomas: PDL praxis 9/2002: Richtige Schlüssel verwenden. Eine einfache Form der Kostenrechnung. In: Häusliche Pflege, 09/2002, S. 4-5 im Innenheft.  

Sießegger, Thomas: PDL praxis 12/2002: Hausbesuche als Schlüssel. Zur verursachungsgerechten Verteilung der Kosten. In Häusliche Pflege 12/2002, S.6-7 im Innenheft.

Sießegger, Thomas: PDL praxis 03/2004: Was kostet eine "Kleine Pflege"? Die Kostenträgerrechnung im ambulanten Pflegedienst. In: HP 03/2004, S. 6-7 im Beihefter.

Sießegger, Thomas: PDL praxis 11/2005: Kosten erkennen - Abläufe optimieren. Die Prozeßkostenrechnung am Beispiel einer Dienstbesprechung.  In: HP 11/2005, S. 6-7 im Beihefter.  

Sießegger, Thomas: PDL praxis 03/2006: Prozentuale oder feste Zuschläge. Zur Kostenrechnung in ambulanten Pflegediensten. In: HP 03/2006, S. 6-7 im Beihefter.

 

 

Seminar-Tipp:

  

Termin

Titel des Seminars

Ort / Stadt

Veranstalter

weitere Infos
Anmeldung

14. März 2007 Kostenrechnung für ambulante Pflegedienste
So verbessern Sie die Aussagekraft Ihrer Kostenrechnung entscheidend
Berlin BFS Service GmbH Information + Anmeldung

 

 

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Frage am 2. Mai 2006


Frage am 14. Juli 2005

Sehr geehrter Herr Sießegger,

wir benötigen dringend eine Information über Ihre Erfahrungswerte in bezug auf Berechnung einer Zivi Std plus Verwaltungsaufwand.

Wir haben in Ihrem Handbuch "Betriebswirtschaft 1997" gesehen, daß Sie sich damit auseinandergesetzt haben. Gibt es auch eine Aufstellung mit den aktuellen Dienstzeiten und in Eurowerten, bzw. können Sie uns mit einem entsprechenden Formular helfen ? Oder gibt es dazu neue Erfahrungswerte ? Für jegliche Hilfe wären wir sehr dankbar.

Die Sozialagentur fordert diese Aufstellung für die Vergütung unserer Integrationshelfer ab und geht dabei von einem Tagessatz von 12 Euro für ca 6-8 Stunden aus. Diese Vorgehensweise können wir nicht akzeptieren, da der Aufwand auf jeden Fall wesentlich darüber liegt.

Mit freundlichen Grüßen

Daisy Moshammer

 

Antwort am 18. Juli 2005

Sehr geehrte Frau Moshammer,

das ist natürlich Quatsch, was die Sozialagentur "sagt".

Das sind nämlich nur die reinen Personalkosten eines Zivis.

Nicht mal das würden sie mit 12 Euro pro Tag finanzieren.

Da hat jemand keine Ahnung.

 

Die reinen Personalkosten von

- examinierten Pflegefachkräften sind ca. 28 - 35 Euro pro Leistungs-Stunde

- Helferinnen sind ca. 15 - 25 Euro pro Leistungs-Stunde

- Zivildienstleistenden sind ca. 7 - 10 Euro pro Leistungs-Stunde

 

Zu all diesen reinen Personalkosten kommen aber noch ca. 10 - 15 Euro an "Overheadkosten" drauf.

Es ist wichtig, daß dieser Betrag bei allen genannten drei Qualifikationen zum Ansatz kommt,

denn ob eine Verwaltungskraft im Lohnbüro die Abrechnung für einen Zivi oder für eine Fachkraft macht,

ist egal, das ist die gleiche Arbeit, der gleiche Wert.

Ebenfalls muß die Einsatzplanung gemacht werden sowohl für die Zivis als auch für die Fachkräfte.

Deshalb muß der Zuschlagssatz bei allen Qualifikationen gleich hoch sein.

 

Trotzdem müssen sich Zivis nicht immer "rechnen".

Denn 18 Euro pro "Zivi-Stunde", was ungefähr kostendeckend wäre, läßt sich nicht überall realisieren.

Aber alles was Sie über den 7 - 10 Euro pro Leistungs-Stunde erwirtschaften,

trägt zur Deckung der Gemeinkosten bei = Deckungsbeitragrechnung.

s. hierzu diverse Veröffentlichungen bei www.siessegger.de unter der Rubrik "Veröffentlichungen" und dann unter der Rubrik "PDL-Praxis".

 

Anmerkung:

Eine Leistungs-Stunde = Netto-Arbeitszeit beim Patienten + die Fahrtzeit

 

In der Anlage sende ich Ihnen kostenlos eine modifizierte EXCEL-Datei

mit der Möglichkeit, 4 Qualifikationen zu berechnen, in Euro.

 

 

Beste Grüße,

in der Hoffnung, Ihnen weitergeholfen zu haben.

 

Für Fragen immer offen, mit den besten Grüßen: Thomas Sießegger

Bei weiteren Fragen kommen Sie bitte gerne auf mich zu.

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Frage am 14. Mai 2005

Sehr geehrter Herr Sießegger,

ich arbeite bei einem Wohlfahrtsverband, der Träger von 19 Sozialstationen ist. Zurzeit versuchen wir neue Kennzahlen für die Leitungsquote und Verwaltungsquote festzulegen. In einem Ihrer Seminare haben Sie einen Orientierungswert von 10 - 12% für die Leitungsquote genannt. Als Rahmenbedingung soll die Fachkraftquote bei mind. 60% liegen. Aus verschiedenen Gründen liegt die Fachkraftquote in unseren Sozialstationen zwischen 20 und 40%. Um wie viel sollte sich Ihrer Ansicht nach der Orientierungswert für die Leitungsquote verändern?

Zusätzlich zu den Leitungen gibt es in einigen Sozialstationen Qualitätsbeauftragte und Sozialarbeiterinnen. Wie können diese Personen beider Berechnung berücksichtigt werden?

Für die Beantwortung der Fragen schon im Voraus herzlichen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Daisy Duck

 

Antwort am 17. Mai 2005

Sehr geehrte Frau Duck,

meine Antwort läßt/ließ auf sich warten, da ich etwas überarbeitet bin, ´tschuldigung.
Je niedriger die Pflegefachkraftquote ist, desto höher muß eigentlich die Leitungsquote sein.
Aber eine zu niedrige Pflegefachkraftquote kann man nicht wieder gut machen!
Dadurch entstehen hohe Leitungszeiten, hohe Fahrtzeiten, hohe Organisationszeiten und Informationsverluste zwischen den Qualifikationen.
Und alles nur, weil der Stundenlohn der Helferinnen günstiger ist als der der Pflegefachkräfte.
Erfolgreiche Pflegedienste haben einfach eine hohe Pflegefachkraftquote.
Die Leitungsquote ist für den Erfolg weniger relevant.
Die Aufgaben der Qualitätssicherung müssen der Leitung zugerechnet werden.
Meist werden diese Aufgaben aber überdimensioniert und am Ende verstauben die QS-Handbücher in den Regalen,
nachdem in zig Qualitätszirkeln und Sitzungen das Rad zum 712. Mal erfunden wurde.
Und wenn das Rad eckig ist, wird es für die Zukunft festgehalten im DIN-Formular 1882-F-289 vom 14. Mai 2005 ;-))
Sozialarbeiterinnen braucht man in Pflegediensten eigentlich nicht, zumal sie nicht finanziert werden können.
Sollten sie nun aber mal da sein, werden sie der Leitung zugerechnet.
Bei mehreren Pflegediensten innerhalb eines Verbandes [ab ca. 5] kann sich eine Sozialarbeiterin evtl. "rechnen".
Harte Aussagen, ich weiß, aber mit Sicherheit nicht fern der Realität.

Beste abendliche Grüße: Thomas Sießegger

Bei weiteren Fragen kommen Sie bitte gerne auf mich zu.

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Frage am 10. Februar 2005

Sehr geehrter Herr Sießegger,

vielen Dank für das letzte Antwort-Mail, war alles verständlich.

Habe jetzt eine Frage zur Stundenkalkulation. Bei der Kalkulation der Kosten sind für den SGB XI- Bereich die Investitionskosten nicht mit einzurechnen, da es hier Zuschüsse von den Landkreisen gibt. Für den SGB XI- Bereich ergibt sich hier somit ein niedrigerer Stundensatz als für den Rest. Die Investitionskosten sind aber normalerweise nicht durch die Zuschüsse gedeckt. Sollte man bei der Personaleinsatzplanung nicht deshalb mit dem Stundensatz einschließlich der Investitionskosten planen?

Mit freundlichen Grüßen

Fritz König

 

Antwort am 10. Februar 2005

Sehr geehrter Herr König,

diesmal kommt die Antwort etwas schneller.

Ihre Annahme ist richtig: Im Rahmen der Personal-Einsatz-Planung sollte [auch bei SGB XI-Einsätzen] der intern errechnete Stundensatz inkl. der Investitionskosten verwendet werden.

Zumal man sich dabei [vielleicht unbewußt] einen kleinen "Puffer" verschafft, denn eigentlich müßte man - wenn die Investitionskosten nicht von den Landkreisen gedeckt werden - die Differenz den Patienten in Rechnung stellen.

Abgesehen davon: Die Kosten einer Stunde sind immer die gleichen. Es ist nur die Frage, wie sie [teilweise verschieden] finanziert werden.

Letzter Tipp:

Wenn Sie z.B. für die
- Kosten einer Pflegefachkraft = 42 Euro/Std.
- Kosten einer Helferin = 32 Euro/Std.
- Kosten einer Mitarbeiter im Durchschnitt = 36,42 Euro/Std.
errechnen,

so sollten Sie im Rahmen der Personal-Einsatz-Planung immer den Durchschnitt verwenden, da sonst die Gefahr besteht, daß man den Pflegefachkräften weniger Zeit zugesteht als den [scheinbar] günstigeren Mitarbeiterinnen.

 

Ein Teil der Erlöse muss im Rahmen der Pflegeversicherung durch das Bundesland, die Landkreise - oder die Patienten getragen werden.

Diese Differenzierung folgt logisch der Tatsache, dass die Kosten der Pflegeversicherung dualistisch finanziert werden sollen:

Die Pflegeleistungen durch die Pflegeversicherung, die Patienten und die Sozialhilfeträger einerseits - und die notwendigen Investitionskosten andererseits durch das zugehörige Bundesland (und/oder wenn dieses Bundesland "nicht in der Lage ist": wiederum die Patienten oder die Sozialhilfeträger).

Damit ist die Finanzierung der Pflegeversicherung eine Ausnahme unter allen Leistungsbereichen eines ambulanten Pflegedienstes; diese Tatsache macht aber die Erfassung, Auswertung und die Steuerung des gesamten Pflegedienstes besonders kompliziert und aufwendig.

Der ermittelte Betrag muss um die tatsächlichen Zahlungen des Landes gekürzt werden:

Investitionskosten gem. § 82 Abs. 2 SGB XI
minus    Zahlungen des Landes oder des Landkreises
= Restbetrag der Investitionskosten, der an Patienten (oder Sozialhilfeträger berechnet werden muss)

Sollte die Differenz nicht marginal sein (im Verhältnis zu den gesamten SGB XI-Investitionskosten) dann muss diese Differenz den Patienten berechnet werden.
Überzahlungen des Landes wären zurück zu zahlen.

Den Patienten werden diese "restlichen" Investitionskosten am sinnvollsten pro SGB XI-Hausbesuch in Rechnung gestellt:

(Restbetrag der Investitionskosten) dividiert durch (Anzahl der Hausbesuche im SGB XI*)

= zu berechnende Investitionskosten-Hausbesuchspauschale

Diese darf nicht mit den 384,- 921,- oder 1.432 Euro in den Pflegestufen verrechnet werden !

 Beste Grüße: Thomas Sießegger

P.S.

Da Ihre Fragen interessant sind [und ich immer im Sinne von Effizienz arbeite], habe ich Ihre Fragen [anonym] und meine Antworten auf meine Internet-Seite gestellt. 
Dort können Sie sie wiederfinden: http://www.siessegger.de/Fragen/fragenundantworten.htm

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Feedback am 29. Januar 2005
Werter Herr Sießegger,

in wenigen Tagen beginne ich als Verwaltungskraft in einem privaten Pflegedienst, da ich keine Erfahrungen habe, recherchierte ich im Internet und ich muß sagen, gott sei dank fand ich Ihre Seiten. Nun habe ich einen kurzen Überblick was auf mich zu kommt. Für die Zukunft wünsche ich mir, bei auftretenden Fragen zu Ihnen Kontakt aufnehmen zu können.

 

Mit freundlichem Gruß
Frau ABC

 

Antwort am 29. Januar 2005

... das können Sie gerne machen!

 

Mich interessieren auch Ihre eigenen Erfahrungen.
 

Schöne Grüße aus Hamburg:

 

Thomas Sießegger

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Frage am 07. Dezember 2004
...  ohne Anrede

Ich bin Fachkrankenpfleger für Anesthesie und Intensiv medizin ,meine Frau ist Altenpflegerin 
und wir wollen wissen was mann braucht an formalitäten zum anmelden zum selbständigen 
Ambulanten Dienst

Danke Edith

 

Antwort am 08. Dezember 2004
... von mir, ebenfalls ohne Anrede

Entschuldigung:
Wer 8 Grammatik- und Rechtschreibfehler in einem
Satz unterbringt, dem kann ich leider nicht ernsthaft antworten.
Beste Grüße: Thomas Sießegger

 

Rückantwort am 08. Dezember 2004
Wiesen Sie was macht nichts es merkmann was für personen versuchen etwas zuwiessen 
ob wohl selber keinen Ahnung haben.

von mir kommt auf so was keine Antwort mehr, 
ofG: Thomas Sießegger

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Frage am 01. Dezember 2003

Sehr geehrter Herr Sießegger,

Wie buche ich nach Pflegebuchführungsverordnung [PBV] den Selbstzahleranteil bei einer SGB XI Leistung ?

Vielen Dank: Donald Duck

 

Antwort am 04. Dezember 2003

Sehr geehrter Herr Duck,

alle Leistungen, die nach den Anspruchsvoraussetzungen der Pflegeversicherung erbracht werden, müssen sowohl von den Erträgen, den Kosten und der dazugehörigen Zeit dem SGB XI zugerechnet werden.

Zunächst soll die Aufteilung der Erträge auf die Kostenstellen innerhalb eines ambulanten Pflegedienstes dargestellt werden.
Für den Bereich der Leistungen des SGB XI gibt es hierbei konkrete Vorschläge seitens der PBV, d.h. die Pflegedienste müssen in der Lage sein, die erhaltenen Erträge den einzelnen Pflegestufen der Patienten zuzuordnen, so daß am Ende des Jahres ersehen werden kann, wie viele Erträge hatte der Pflegedienst aus Leistungen nach Pflegestufe 1, nach Pflegestufe 2 etc.?

Dabei ist von großer Bedeutung, daß auch die Erträge, welche die Höchstgrenzen gemäß der Pflegeversicherung überschreiten (384 €, 921 €, 1432 €).
Dies hat folgenden Hintergrund:
Die Pflegekasse möchte zum gegebenen Zeitpunkt feststellen, inwieweit die durch Verhandlungen ermittelten Vergütungen tatsächlich leistungsgerecht sind, oder mit anderen Worten, es soll festgestellt werden, "sind die Vergütungen zu hoch oder zu niedrig?"
Um diese Aussage treffen zu können, ist es unerheblich, wer die erbrachten Leistungen bezahlt - letztlich geht es um eine Bewertung der Höhe der Vergütungen - hierfür muß man alle durch die Pflegeversicherung bzw. durch deren Vergütungen entstandenen Erträge ermitteln können.

Deshalb sind innerhalb der einzelnen Pflegestufen die Konten weiter aufgeteilt in:
· Pflegekasse
· Sozialhilfeträger
· Selbstzahler
· Übrige

Diese Aufteilung betrifft alle Pflegestufen inkl. der Pflegestufe 3 (Härtefälle).

Um die Aufteilung der Erträge anschaulicher zu machen, sollen fünf Beispiele und deren Verbuchung betrachtet werden. Hierbei wird insbesondere folgendes deutlich:

1] Innerhalb des Bereiches des SGB XI erfolgt keine Aufteilung der selbstgezahlten Entgelte bzw. der durch das Sozialamt übernommenen Kosten auf andere Kostenstellen, sondern diese Erträge werden innerhalb des Ertragskontos für SGB XI Leistungen weiter aufgeteilt.

2] Es bietet sich an, auch für die Bereiche des SGB V, der Erträge nach BSHG und der Erträge der Privatzahler ähnliche Kontenaufteilungen zu machen, wie für den Bereich der Pflegeversicherung durch die Pflegebuchführungsverordnung vorgeschrieben.

In dem dargestellten Schema zeigt sich dies durch eigene Spalten für diese Leistungsbereiche.
Innerhalb dieser Leistungsbereiche ist es jedoch nicht möglich, teilweise auch nicht sinnvoll, eine entsprechend tiefere Gliederung wie im Bereich des SGB XI durchzuführen.
Lediglich im Bereich des SGB V könnte man weiterhin unterteilen, von wem die insgesamt entstehenden Kosten tatsächlich getragen werden, denn es kommt in der Praxis vor, daß Leistungen in der Behandlungspflege nicht unbedingt durch die Krankenkassen finanziert werden, sondern daß die Patienten oder deren Angehörige privat Teilbereiche selbst finanziert müssen.

Zur besseren Unterscheidung differenzieren wir hier in Selbstzahler und in Privatzahler.
Wir führen diese Differenzierung durch, da in der Vergangenheit diese zwei Begriffe zum großen Teil synonym verwendet wurden.

Zahlt ein Patient Kosten für seine pflegerische oder Betreuung selbst, weil er/sie keinen gesetzlich geregelten Versicherungsanspruch gegenüber der Pflegekasse oder der Krankenkasse besitzt, so wird er als Privatzahler eingestuft.
Kriterium für die Zuordnung zu dem Begriff des Selbstzahlers ist also eine Einstufung des medizinischen Dienstes bzw. eine Zuweisung einer Pflegestufe. Dann ist es auch unerheblich, wer diese Leistungen bezahlt.

Sollten die Leistungen die Höchstgrenzen nach der Pflegeversicherung überschreiten, kann es sein, daß die von den Patienten oder deren Angehörigen selbstgezahlten Beträge ebenfalls im Bereich des SGB XI auf den Ertragskonten gebucht werden müssen. Diese Überschreitungen der Höchstgrenzen nennen wir den Bereich der Selbstzahler.

Zum Selbstzahler wird ein Pflegebedürftiger nach dem Versicherungsgesetz also dann, wenn er/sie in eine Pflegestufe eingestuft wurde und die Kosten der von ihm/ihr in Anspruch genommenen Pflegeleistungen seinen/ihren Anspruch bei der gesetzlichen Pflegekasse übersteigt und er/sie den Restbetrag selbst finanziert (also nicht durch Sozialhilfe).

Beispielsweise beträgt eine Rechnung für Pflegeleistungen insgesamt 1.100 €: Die Pflegekasse trägt 921 €, er/sie bezahlt als Selbstzahler 179 €.

Am Ende einer Abrechnungsperiode lassen sich gemäß obigem Schema folgende Aussagen treffen:

  • Wie viele Erträge hatte der Pflegedienst durch Leistungen nach SGB V?

  • Wie viel Erträge hatte der Pflegedienst für Leistungen nach SGB XI insgesamt und getrennt nach einzelnen Pflegestufen?

  • Wie viele Erträge hatte der Pflegedienst nach Leistungsansprüchen des BSHG?

  • Wie viele Erträge hatte der Pflegedienst durch Leistungen, welche die Patienten privat bezahlen?

Gleichzeitig läßt sich für den Bereich des SGB XI auch noch die Fragen beantworten, inwieweit die gesamte Ertragssumme aufgeteilt ist in die Leistungsträger

  • Pflegekasse,

  • Sozialhilfeträger,

  • Selbstzahler und

  • Übrige.

Abschließende Anmerkungen:

Die Zuordnung der Patienten, welche Leistungen in der sogenannten "Pflegestufe 0" erhalten, sind nicht ohne weiteres zuzuordnen. Zum einen kann innerhalb der Konten des SGB XI (zusätzlich zu den Pflegestufen I bis III) ein weiteres Konto eingerichtet werden. Voraussetzung ist jedoch, daß die Leistungen entsprechend den Leistungskomplexen oder den Kriterien des SGB XI erbracht werden und auch die gleichen Sätze verlangt werden. Gegebenenfalls kann sich hierdurch die Berechnungsgrundlage für die Bemessung der Investitionskosten verbessern (abhängig von den Bundesländern).

Schwierigkeiten bei der Zuordnung ergeben sich vor allem daraus, wenn die Mitarbeiter nicht wissen, welcher (und ob) Pflegestufe die Patienten zuzurechnen sind.


Frage am 24. November 2003

Sehr geehrter Herr Sießegger,

ich habe beim Seminar am 18./19. November teilgenommen.
Ich habe nun noch ein Frage dazu, die bei uns, X-Verband, heiß diskutiert wird:

Wie hoch darf der Anteil der Gehälter des Overheadbereichs im Verhältnis
zu den Einnahmen, bzw. zu den Gehältern der Mitarbeiter der Pflege sein?

Gibt es dafür eine Faustformel?

Vielen Dank für Ihre Mühe. 

Freue mich auf das nächste Seminar mit Ihnen

Freundliche Grüße

Roland Kaiser

 

Antwort am 29. November 2003

Sehr geehrter Herr Kaiser,

 

die Frage nach den Overheadkosten ist sehr schwer zu beantworten, da zunächst einmal definiert werden müsste, was "Overheadkosten" sind. Das ist nämlich in jedem Verband und bei jedem Träger unterschiedlich. Deshalb treffe ich nun eine Definition, an der Sie sich messen können:

 

Die "Overheadkosten" sind alle Kosten, die nicht Pflege-Personalkosten sind.

Sie bestehen aus Kosten für Geschäftsführung, Verwaltung, Abrechnung, Lohnbuchhaltung, Finanzbuchhaltung, den Kosten der Pflegedienstleitung und der Stellvertretung [mit ihrem Leitungsanteil] und bei privaten Pflegediensten aus der kalkulierte Gewinn.

 

Beispiel: Hat ein Pflegedienst Gesamtkosten von 1.000.000 Euro, und die Pflege-Personalkosten betragen 700.000 Euro, dann betragen aus meiner Sicht die Overheadkosten 300.000 Euro, was einer Quote von 30% entspricht.

Das ist meines Erachtens auch ungefähr eine Meßlatte +/- 3%.

 

Allerdings ist die Festsetzung der Höhe der Umlage oder des Gewinns und damit der Anteil der Overheadkosten immer auch eine - aus meiner Sicht legitime - betriebspolitische Entscheidung des Trägers oder des Verbandes. Diese hat nichts ursächlich mit der Frage der Wirtschaftlichkeit zu tun.

 

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Aussage ein wenig geholfen zu haben?

 

Der "Preis" für Ihre Frage bzw. für die Antwort:

Ihre Frage und diese Antwort werden auf meiner Internet-Seite

unter der Rubrik Fragen und Antworten anonym veröffentlicht.

 

Herzliche Grüße: Thomas Sießegger

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Frage am 8. November 2003

Sehr geehrter Herr Sießegger,

ich mache im Moment eine Weiterbildung zur PDL mit 3500 Stunden. Da ich
Anfang nächsten Jahres meinen Abschluß erreichen werde, schreibe ich
gerade an meiner Abschlußarbeit. Das Thema ist: Existenzgründungskonzept
eines ambulanten Pflegedienstes mit angegliederter Sozialstation. Im
Moment stagnieren aber leider meine Ideen und Gedanken und aus diesem
Grund meine Mail. Wäre es Ihnen möglich, einige Leitgedanken und
wichtige Strategien für mich auf Papier zu bringen und mir diese per
Mail zu schicken, damit ich wieder einsteigen kann?

Mit freundlichen Grüßen

Alma Wartenburg

 

Antwort am 21. November 2003

Sehr geehrte Frau Wartenburg,

auf Papier bringen kann ich direkt nichts, aber hier in dieser Form über Internet/Email..

Doch zunächst einmal eine Frage zurück. Sie schreiben, sie wollen ein "Existenzgründungskonzept eines ambulanten Pflegedienstes mit angegliederter Sozialstation" erstellen: Was ist aus Ihrer Sicht der Unterschied zwischen einer Sozialstation und einem ambulanten Pflegedienst? Aus meiner Sicht ist da zunächst mal keiner, wobei Pflegedienste der Wohlfahrtsverbände oft Sozialstationen genannt werden, die privaten eher als ambulante Pflegedienste bezeichnet werden. Aber eine richtige allgemeingültige definitorische Abgrenzung gibt es meines Wissens nicht.

Insofern würde ich den Titel der Arbeit noch einmal überdenken.

Was die Leitgedanken und die Strategien betrifft, verweise ich auf meinen Beitrag in Häuslichen Pflege vom August 2003 und auf die Beiträge in der Häuslichen Pflege im Oktober und November 2001:

Grundsätzlich halte ich die Rahmenbedingungen für momentan so schlecht wie noch nie seit Einführung der Pflegeversicherung. Gerade deshalb gilt es, sich auf neue Chancen einzustellen.
Es ist insofern eine gute Zeit, etwas Neues zu beginnen. Schlechter können die Rahmenbedingungen kaum werden.
Das Kaufen und das Übernehmen von vorhandenen Pflegediensten scheint mir die sinnvollste Strategie zu sein; einen Pflegedienst neu zu gründen dürfte andererseits meines Erachtens sehr schwer sein.

Bei der Übernahme eines Pflegedienstes sollte [in Stichpunkten] auf folgendes geachtet  werden:
„Kauft" der Käufer die Pflegedienstleitung gleich mit ?
Was ist mit dem Ruf des Pflegedienstes?
Kennt man die Pflegedienstleitung in der Öffentlichkeit?
Welche Rolle spielt die Verankerung der Pflegedienstleitung in Gremien und in Ausschüssen, Kirchengemeinden usw. ?
Kann ich das Personal „kaufen"? Kann ich die Patienten „kaufen"?
Wie gestaltet man den Übergang in der Außenwirkung?
Kann oder soll man den Namen behalten?

Alternativen zum Kaufen des Pflegedienstes:
Den Pflegedienst „vor die Wand fahren lassen",
einzelne Mitarbeiter „mit Patienten" abwerben
Sie eröffnen gleichzeitig „nebenan" einen neuen Pflegedienst
und übernehmen das Personal, welches zu Ihren Bedürfnissen passt.
"Kaufpreis" = 0.
Problem: Ein neuer Versorgungsvertrag mit den Kassen - zu den bisherigen Konditionen.

Kaufpreis mindernd

Kaufpreis erhöhend

  • öffentliche / kommunale Einrichtung

  • Bezahlung nach Tarif

  • Das "Gedankengut" basiert auf der Anwendung der Behördenbuchführung [Kameralistik] bis vor wenigen Jahren: Immer ausgeglichene Haushalte

  • Der "Stellenplan" wird eingehalten.

  • Ein Personalrat oder starker Betriebsrat ist vorhanden

  • Alle Mitarbeiter müssen übernommen werden

  • Durchschnittsalter > 42 Jahre bei Tarifbindung [ansonsten egal]

  • Pflegedienst besteht schon sehr lange - bei gleichzeitigem Defizit der Station.

  • Die Pflegedienstleitung arbeitet in Teilzeit – das wird nicht funktionieren.

  • Die Pflegedienstleitung hat xxx Überstunden.

  • Alle Mitarbeiter haben Über- bzw. Mehrstunden, dies führt oft zu einem schlechten Klima

  • Die "gute" Pflegedienstleitung bleibt

  • Der Name bleibt in irgendeiner Form

  • Die Abrechnung wird im Pflegedienst gemacht

  • Zeiterfassung und andere Auswertungen sind vorhanden

  • Eine Kostenstellenrechnung ist vorhanden

  • Durchschnittsalter < 38 Jahre

  • einheitliche Fahrzeugflotte

  • zentrale Lage - in der Stadt

  • Gute Kontakte zu Krankenhäusern, Bürgermeister, Pfarrer, usw.

Weitere Fragen: 
Wo hat die Ausbildung der Pflegedienstleitung stattgefunden?
Wurde sie erst vor kurzem abgeschlossen?
Welchen Anteil hatten Betriebswirtschaft und Recht?

Abschließend sei auch noch auf Literatur verwiesen: Andreas Heiber hat zu diesem Thema "Existenzgründung" eines ambulanten Pflegedienstes schon vor einigen Jahren ein unterhaltsames Buch geschrieben, erschienen im Vincentz-Verlag Hannover.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Anmerkungen geholfen zu haben und verbleibe mit den besten Grüßen:

Thomas Sießegger

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Frage am 3. November 2003

Sehr geehrter Herr Sießegger,

mein Name ist Nina YYYYY und ich halte im Rahmen meines Sozialpädagogik Studiums ein Referat über Pflegedienststellen.

Ich vergleiche darin private und öffentliche Dienststellen im ambulanten Pflegebereich aus ökonomischer Sicht.

Worin bestehen Ihrer Meinung nach die wesentlichen Unterschiede beider Typen?

Ich habe schon einiges an Material gesammelt, aber interessiere mich besonders für die Meinung eines Experten. Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen und wäre Ihnen dankbar.

 

Mit freundlichem Gruß

Nina YYYYY

 

Antwort am 4. November 2003

Sehr geehrte Frau YYYYY,

ich habe in den 12 Jahren, die ich Beratung für ambulante Dienste durchführe, ca. 190  Pflegedienste und Sozialstationen gesehen - private und solche von Wohlfahrtsverbänden, und einige wenige kommunale.
Vor diesem Erfahrungshintergrund möchte ich meine Ausführungen verstanden wissen.

Es gibt tatsächlich Unterschiede. Man kann sie aber nicht generalisieren. Es ist einfach der Versuch, diese spezifischen Eindrücke zu sondieren, wobei ich nicht ausschließen kann, dass es im Einzelfall nicht zutrifft.

Private Pflegedienste 

"Öffentliche" Dienste: Sozialstationen von Wohlfahrtsverbänden und kommunale Sozialstationen  

Das oberste Ziel ist eigentlich das Gewinnstreben bzw. die Ermöglichung eines Einkommens, was den eingesetzten persönlichen Ressourcen gerecht wird. "Gewinn" für den Einzelnen kann aber auch die Befriedigung von Idealismus sein - oder eben das Erreichen einer möglichst hohen Rendite. 

Meist ist der Inhaber gleich die Pflegedienstleitung. Das ist eine gute Voraussetzung.
Ist die Inhaberin nicht gleichzeitig die Pflegedienstleitung, so wird die Pflegedienstleitung [zumindest in den alten Bundesländern] gut bezahlt, wesentlich besser als bei den "öffentlichen" Diensten.
Die privaten Pflegedienste erkennen eher, dass es sich bei der Pflegedienstleitung um eine Managementaufgabe handelt, die entsprechend bezahlt werden müsste.

Viele private Pflegedienstinhaber beuten sich selbst aus: Sie arbeiten 70 Stunden pro Woche [und jahrelang ohne richtigen Urlaub] als Pflegedienstleitung, Verwaltungskraft, Geschäftsführung und Kapitalgeber in einem und sind "stolz", wenn sie am Jahresende 80.000 Euro "verdient" haben. Das ist natürlich ein [schlechter] Witz. Sie müssten eigentlich ihre kalkulatorischen Kosten wie Risiko, Eigenkapitalverzinsung, Unternehmerlohn usw. für sich selbst berücksichtigen.

Die Arbeitszeitmodelle sind meist intuitiv sehr flexible angelegt und zur Zufriedenheit der Mitarbeiter ausgestaltet.

Oft ist das Arbeitsklima in privaten Pflegediensten besser, obwohl die Bezahlung der Mitarbeiterinnen schlechter ist als in Tarif-orientierten Einrichtungen. Das liegt oft an Kleinigkeiten, wie z.B. dem großzügigen Umgang mit Dienstwagen für Privatwagen oder der ständigen Zur-Verfügung-Stellung von Getränken und Obst im Pflegedienst für die Mitarbeiter und dem Schaffen eines einer großzügigen freundlichen Umgebung für die Mitarbeiter. Diese relativ geringen Sachkosten wiegen oft die schlechtere Bezahlung auf.

Der EDV-Einsatz für Abrechnung und Personal-Einsatz-Planung beschränkt sich öfter als bei kommunalen oder Wohlfahrts-Pflegediensten auf Microsoft ACCESS und EXCEL, was keine schlechte Lösung sein muss. Da die Inhaber die Gewähr haben, dass sie nicht gehen werden, können sie selbst "programmieren" und wissen über ihr "Programm" bestens Bescheid. Bei einer Angestellten Leistungskraft eines "öffentlichen" Pflegedienstes müsset man immer Angst haben, dass die "programmierende" Leitung das Know-How beim Verlassen des Pflegedienstes mitnimmt.

Private Pflegedienste geben sich oft professioneller nach außen hin, lassen aber oft in der praktischen operativen Arbeit genau so wirtschaftliches Denken außen vor wie bei öffentlichen. Sie sind im Durchschnitt nicht besser organisiert als öffentliche Dienste.

Während die Bezahlung der Pflege-Mitarbeiter bei den "öffentlichen" Diensten in Ost- und Westdeutschland aufgrund der meist vorhandenen Tarifbindung nicht so weit auseinander klafft, gibt es bei privaten Pflegediensten zwischen Ost und West große Unterschiede, 
z.B. im ländlichen Raum von Sachsen 1.200 Euro pro Monat für eine examinierte Pflegefachkraft in Vollzeit [40,0 Std./Wo.], und im Kölner Raum 2.300 Euro pro Monat für eine examinierte Pflegefachkraft in Vollzeit [38,5 Std./Wo.].

 

Ziel ist die Refinanzierung der eingesetzten Ressourcen, jedoch sollten, müssen und dürfen auf Dauer keine Gewinne anfallen, +/- 0 ist das Ziel. Gleichzeitig sollen die "Overheadkosten [Geschäftsführungsanteile, Verwaltung, Leitung usw.] aber gedeckt sein.

Meistens sind diese Einrichtungen Tarif-orientiert. Das führt zu vielen negativen Begleiterscheinungen und insbesondere zu Inflexibilität und Ungerechtigkeit bei der Bezahlung der Mitarbeiter .

Ist eine Mitarbeiterin erst einmal 41 Jahre alt, wird sie wahrscheinlich noch 24 Jahre ausharren, da sie anderswo kaum eine gleiche oder bessere finanzielle Gegenleistung bekommt als in einer BAT-angelehnten Einrichtung. Das ist für die Sozialstation und für das Durchschnittsalter nicht gut [wobei hier keine wertende Aussage zum "Alter" gemacht werden soll; es geht um die Möglichkeit und die Bereitschaft Innovationen in einen Betrieb zu bringen und tatsächlich einzuführen]. Junges Personal kann kaum gewonnen werden, da die druchschnittlichen Kosten des Pflegedienstes durch das Alter der Mitarbeiterinnen maßgeblich negativ beeinflusst werden. 

Die Pflegedienstleitung wird meist nicht entsprechend ihren Qualitäten, entsprechend den Anforderungen und nicht entsprechend ihrem Einsatz bezahlt. Es kann sogar sein, dass eine ältere Mitarbeiterin mehr bekommt als die [z.B. junge kinderlose] Leitung, und das obwohl die Leitung die maßgeblich verantwortliche Kraft ist für den Erfolg eines Pflegedienstes. Das frustriert sehr viele Leitungen bzw. es führt dazu, dass Leitungskräfte "nach Zeit" arbeiten also fixiert auf ihre 38,5 Std./Woche anstatt sich an Zielen zu orientieren. Die Arbeitgeber "verstecken" sich meist hinter fadenscheinigen Ausreden, man könne im Tarif eben nicht abweichend von den hunderten Regelungen einer Pflegedienstleitung mehr bezahlen, z.B. erfolgsabhängige Prämien oder Zulagen. Einige wenige mutige Geschäftsführungen beweisen aber das Gegenteil.

Positiv läßt sich festhalten, dass die Innovationsbereitschaft im allgemeinen sehr groß ist. Auch im Bereich Fort- und Weiterbildung wird oft sehr viel getan, in anderen Verbänden wiederum sehr wenig. Die Diskrepanz zwischen "innovativ" und "träge, bürokratisch" wird immer größer.

Mitarbeitervertretungen, Betriebsräte oder Personalräte verhindern oft flexible Lösungen hinsichtlich der Arbeitszeitmodelle. Diese wären notwendig, um im Rahmen der Personal-Einsatz-Planung individuell auf die Bedürfnisse der Patienten eingehen zu können.

Meist ist das Denken geprägt durch Konventionen und "weil man es schon immer so gemacht hat". Ein Beispiel: Arbeitsverträge werden über 20, 25 oder 30 Stunden pro Woche geschlossen, obwohl theoretisch alle Stundenzahlen möglich wären.

Die Diskrepanz zwischen Dilletantismus und Professionalismus wird immer größer unter den "öffentlichen" Pflegediensten. Zur Zeit gehen aber viele Konkurs oder geben auf; der Markt löst "das Problem".

"Öffentliche" Pflegedienste der Wohlfahrtspflege könnten sehr gut am Markt positioniert sein, wenn sie ihr Profil schärfen würden und ihre vernetzten Angebote besser heraus arbeiten würden. Das ist nämlich eigentlich eine ihrer Vorteile gegenüber privaten Pflegediensten: Das vielfältige vernetzte Angebot, teilweise "von der Wiege bis zur Bahre" - alles aus einer Hand. Diese Marktvorteile werden leider nicht genügend genutzt.

Die Ausführungen müssen nicht erschöpfend sein: Das ist das Erste, was mir dazu einfiel. Vielleicht möchten Sie selbst noch Punkte ergänzen? .. würde mich freuen.

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Wenn Sie Ihr Referat schriftlich ausführen, würde es mich auch interessieren [Das wird dann allerdings nicht hier veröffentlicht; es sei denn, Sie wünschen es].

Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben.

 

 

Schöne Grüße aus Hamburg: Thomas Sießegger

 

 

Der "Preis" für diese Antwort: Ihre Frage [anonymisiert] und meine Antwort stehen auf meiner Internet-Seite auch für andere kostenfrei zur Verfügung.

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Frage am 3. November 2003

Sehr geehrter Herr Sießegger,

wir, eine erfahrene PDL und ein (noch) nicht im sozialen Bereich tätiger Dipl.Betriebswirt (FH), tragen uns mit dem Gedanken, einen amb. Dienst zu gründen oder in einen bestehenden amb. Dienst durch aktive Beteiligung einzusteigen.

Wir sind uns nun absolut nicht sicher, ob sich ein solcher Einstieg rechnet. Von den befragten Seiten hört man Überzeugungen, die sich gänzlich entgegenstehen.

Was würden Sie uns raten? Und wenn Sie den Einstieg durch eine aktive Beteiligung vernünftiger finden würden, wie bzw. über wen können wir amb. Dienste finden, die an einer solchen Beteiligung interessiert sind?

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen

Fam. Müller

 

Antwort am 4. November 2003

Sehr geehrte Familie Müller,

 

die Zeit ist momentan sehr stark geprägt von Aufgaben und Übernahmen von Pflegediensten.

Die Rahmenbedingungen sind sehr schlecht, so schlecht, dass es eigentlich nur noch besser werden kann.

Gerade deshalb ist aber die Zeit gut, einen Pflegedienst zu übernehmen, also zu kaufen - oder aktiv einzusteigen.

Auf jeden Fall sollten Sie mind. 51% der Anteile haben, sonst macht es keinen Sinn.

Weiterhin sollte Ihre Frau die Pflegedienstleitung wahrnehmen und Sie selbst evtl. in der kaufmännischen Leitung tätig sein.

Die Kombination wäre ideal. Das rechnet sich jedoch langfristig nur einigermaßen erträglich, wenn Sie mindestens 100 Patienten zu versorgen haben.

Auf meiner Internet-Seite finden Sie viele kostenlose Berichte und EXCEL-Tools, welche die betriebswirtschaftliche Steuerung erleichtern.

 

Einen Pflegedienst selbst aufzubauen dürfte sehr schwer sein, es sei denn Ihre Frau kann von ihren bisherigen Arbeitgeber mind. 30 Patienten "mitnehmen".

 

Bei der Gründung oder Übernahme eines Pflegedienstes wird man sich jedoch damit abfinden müssen, dass die Menschen in der Zukunft mehr und mehr selbst bezahlen müssen. Wenn man für sich selbst das klar hat, kann man es in Erstgesprächen auch ganz gut den Patienten und Angehörigen vermitteln.

 

In der Fachzeitschrift "Häusliche Pflege" sind manchmal Angebote für die Übernahme von ambulanten Pflegediensten ausgeschrieben. Meines Wissens können Sie sich auch an die Firma Visitas wenden [von denen stehen auch Anzeigen in der "Häuslichen Pflege"].

 

Den fairen Kaufpreis auszuhandeln dürfte sehr schwer sein, doch ich kann Ihnen eine EXCEL-Datei zur Verfügung stellen, mit der Sie vielleicht ein bißchen weiter kommen.

 

Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung.

Ich glaube, ich würde es [wenn ich so wie Sie, zu zweit wäre] tun.

 

Schöne Grüße aus Hamburg: Thomas Sießegger

 

 

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Frage am 20. August 2003

Sehr geehrter Herr Sießegger,

 

zunächst einmal herzlichen Dank für Ihre direkte Rückmeldung.

 

Am 08. April habe ich an der XXXversammlung des Fachverbandes XXXX teilgenommen. 
Hier haben Sie das Hauptreferat gehalten.

 

Ihre Ausführungen und Unterlagen haben uns in unserer XXXstation hier in XXX an mancher Stelle weitergeholfen.

Ich erinnere mich an eine Bemerkung von Ihnen, daß es eine Software gibt, mit der man Tourenplanung machen kann, bei der ersichtlich wird, ob die Tourenplanung nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgt ist (Sie bemerkten auch, daß das nur in Station bis zu einer bestimmten Größe geht, da es ansonsten zu unübersichtlich wird).

Meine Frage wäre, ob Sie uns sagen können, wie dieses Programm heißt und wo es sich beziehen läßt.

 

Im voraus schon einmal herzlichen Dank und alles Gute nach Hamburg.

 

Mit freundlichen Grüßen

XXXXXXXX

 

Antwort am 28. August 2003

Sehr geehrter Herr XXX,

im allgemeinen rate ich immer dazu, die EDV-gestützte Personal-Einsatz-Planung erst dann einzuführen, wenn die Strukturen und Prozesse innerhalb des Pflegedienstes eindeutig geregelt sind und wenn die Organisation so "reif" ist, dass sich der Einsatz von EDV bei der Personal-Einsatz-Planung positiv bemerkbar macht.

Obwohl ich es sehr ungern mache, kann ich Ihnen ein paar Namen von Firmen nennen, von denen ich überwiegend positives gehört habe.
Bezugsadressen habe ich nicht, am besten Sie schauen mal im Internet oder Sie schütteln die Fachzeitschriften nach Werbung aus:
- euregon AG
- BOS&S
- DM EDV [das Programm heißt APS]
- medifox 
Ich möchte diese Nennung von Namen aber nicht als Empfehlung verstanden wissen. Es gibt bestimmt auch noch andere, ganz Gute.

Aber:

Wünscht man sich eine EDV-gestützte Personal-Einsatz-Planung, so sind damit in Zukunft folgende Auswertungen davon abhängig:

  • ein ständiger, fast täglicher SOLL-IST-Vergleich der geplanten mit den erbrachten Leistungen muss erfolgen, um die evtl. Abweichungen von der Planung sofort in einen IST-Wert überzuführen.

  • durch die Personal-Einsatz-Planung erfolgt auch die Zeiterfassung, somit können die Aufzeichnungen als Grundlage für die Lohnbuchhaltung dienen.

  • die geplante Leistungen dienen auch dem Verwaltungs- und Abrechnungsprogramm zur Abrechnung der Leistungen und somit der Schnittstelle der Finanzbuchhaltung als Grundlage

  • durch die hinterlegten Zeitwerte ergibt sich (fast) automatisch die Kostenstellenrechnung und eine Kostenträgerrechnung

  • Statistiken zur Steuerung der Sozialstation werden automatisch aus den geplanten Leistungen [mit den hinterlegten Zeiten] erstellt.

... und nun stelle man sich vor, nur eine Person kann die EDV-Personal-Einsatz-Planung bedienen: Alle Existenz-bedeutenden Auswertungen und Berechnungen lägen brach.

Fazit: Wenn die Personal-Einsatz-Planung mit der Abrechnung verknüpft werden soll, müssen mindestens drei Personen pro Pflegedienst in der Lage sein, mit diesem Programm einwandfrei umzugehen, wobei die Verwaltungskraft [aus fachlichen Gründen] niemals die Personal-Einsatz-Planung alleine innehaben darf.

Vorher sollte eine Einführung der EDV-gestützten Personal-Einsatz-Planung nie beginnen.

Aufgrund von vielen Erfahrungen in anderen Pflegediensten sind wir überhaupt sehr skeptisch, ob die Personal-Einsatz-Planung per standardisierter EDV jemals so funktionieren wird, wie man sie sich vorgestellt hat.

Die EDV-gestützte Personal-Einsatz-Planung ist bei einer Patientenanzahl von über 80 sehr schwer am Bildschirm nachvollziehbar.

Bei einer Magnet- oder Stecktafel hat man die Möglichkeit auf 2 x 3 Meter großen Wänden einen Überblick zu gewinnen. Selbst bei einem großen Bildschirmen [z.B. 21 Zoll] muss man aber sehr viel Scrollen und nach links und rechts Blättern.

Allerdings liefert die Stecktafel keine automatischen Auswertungen.

Normalerweise müssen in Pflegediensten erst einmal sehr viele Grundkenntnisse im allgemeinen Umgang mit EDV nachgeholt werden.

Wir gehen so weit in unserer Aussage, dass sich der Einsatz von EDV-gestützter Personal-Einsatz-Planung erst nach ca. 3 Jahren intensiver Nutzung anderer Programme Chancenreich umsetzen lässt.

Eine Zwischenlösung könnten die von Herrn Sießegger [kostenlos im Internet unter www.siessegger.de] angebotenen EXCEL-Einsatzpläne sein. Sie haben allerdings den Nachteil, dass sie keine automatische Auswertung zulassen.

Oder man macht es wie bisher [mit Steck- oder Magnettafeln] und ergänzt diese Form der Personal-Einsatz-Planung durch ständige Berechnungen.

Das ist nicht die schlechteste Lösung! 

Handlungsempfehlung (Notwendige EDV-Kenntnisse einer Pflegedienstleitung)

Der Einsatz von EDV in einem Pflegedienst ist heutzutage selbstverständlich.

Der Arbeitsplatz einer Pflegedienstleitung setzt heutzutage gute EDV-Kenntnisse voraus.

Dabei ist eine Pflegedienstleitung in der Zukunft (außer für Pflegevisiten und Beratungs- oder Erstgespräche) kaum noch in der operativen Arbeit (in der Pflege) tätig.

Sie ist vielmehr die meiste Zeit administrativ am PC planerisch tätig.

Deshalb muss sie heutzutage folgende Kenntnisse aufweisen:

  • Kenntnisse in einem Textverarbeitungsprogramm (z.B. MS®Word)

  • Kenntnisse in einem Tabellenkalkulationsprogramm (z.B. MS®Excel)

  • Kenntnisse in dem Abrechnungs- und Verwaltungsprogramm, welches im Pflegedienst ggf. zur Anwendung kommt

  • mittelfristig: Umsetzung der Personal-Einsatz-Planung
    auf EDV-Basis mit einem Personal-Einsatz-Planungsprogramm

Die Kenntnis dieser Programme ist notwendig, um

  • Standardbriefe und Formulare zu schreiben und zu verwenden

  • Kalkulationen und Statistiken vorzunehmen

  • graphische Auswertungen der Ergebnisse durchzuführen, die bei den Mitarbeiterinnen zu mehr Akzeptanz der Zeit- und Leistungserfassung führen

  • einen zeitnahen Überblick über die Erlös- und Kostensituation zu haben

  • Verwaltungsvereinfachung zu betreiben, indem alle Informationen nur einmal in die EDV eingegeben werden

  • Daraus differenzierte Auswertungen unter verschiedenen evtl. wechselnden Gesichtspunkten durchzuführen

Wir möchten sogar so weit gehen, dass wir sagen, eine Schulung der Standard-Office-Programme kann nicht mehr auf Kosten des Arbeitgebers erfolgen, sondern gehört zur Selbstverständlichkeit.

Wir empfehlen hier zumindest, dass bei einer notwendigen Nachschulung der Office-Programme die Kurs-Kosten vom Träger zu tragen sind, die Zeit des Kurses jedoch in der Freizeit wahrgenommen wird.

 

Handlungsempfehlung (Notwendige EDV-Kenntnisse einer Verwaltungskraft)

Der Einsatz und die Anwendung von EDV sind heutzutage schon fast selbstverständlich. Mittel- und langfristig ist der Arbeitsplatz einer Verwaltungskraft nicht mehr ohne zum Teil weitreichende EDV-Kenntnisse und deren ständiger Umsetzung und Anwendung denkbar.

Folgende Kenntnisse sind wünschenswert

  • Kenntnisse in einem gängigen Textverarbeitungsprogramm

  • Kenntnisse in einem gängigen Tabellenkalkulationsprogramm

  • evtl. Kenntnisse und Anwendung eines Terminverwaltungsprogrammes

Kenntnisse in dem Abrechnungs- und Verwaltungsprogramm, welches im Pflegedienst ggf. zur Anwendung kommt – sind nicht unbedingt notwendig; es muß jedoch die Bereitschaft da sein, intensiv an Schulungen teilzunehmen.

Mittelfristig wird es möglich oder notwendig sein, daß die Verwaltungskraft die Pflegedienstleitung bei der Umsetzung der Personal-Einsatz-Planung auf EDV-Basis unterstützt – und somit über den Aufenthaltsort der Pflegemitarbeiter während des Tages entsprechende Informationen einholen kann.

Es ist abzusehen, daß ein Großteil der Abrechnung, der Informationsversorgung und des Controlling und andere Verwaltungsaufgaben wird durch neue Techniken und das Internet (teilweise) abgelöst werden.
Ein Umgang mit solchen neuen Methoden der Verwaltung sollte die neue Verwaltungskraft deshalb nicht abschrecken.EDV-gestützte Aufgaben einer Verwaltungskraft

Die Kenntnis der genannten Programme ist notwendig ...

  • um die Abrechnung der Pflegeleistungen zeitnah durchführen zu können

  • für die Durchführung von differenzierten Kalkulationen zu den Kosten des Pflegedienstes

  • zur Erstellung von Statistiken (die mit Hilfe des Verwaltungs- und Abrechnungsprogrammes ggf. nicht ausgeführt werden können)

  • um Standard- und Serienbriefe zu schreiben (z.B. an die Kassen, an die Patienten, Angehörigen, etc.)

  • um Formulare aktualisieren, verwalten und verwenden zu können

  • um einen zeitnahen Überblick über die Erlös- und Kostensituation zu haben

  • um Verwaltungsvereinfachung zu betreiben, indem alle Informationen nur einmal in eine Informationssystem eingegeben werden; dieses wird ständig Tagesaktuell gehalten

  • um differenzierte spontan notwendige Auswertungen unter verschiedenen evtl. wechselnden Gesichtspunkten durchführen zu können

  • um graphische Auswertungen der Ergebnisse durchzuführen, die in der Diskussion mit den Mitarbeitern zu mehr Akzeptanz der Zeit- und Leistungserfassung führen

  • zur Erstellung der Stammdaten, Übertragung in die EDV, Ausdruck auf vorfertigte Formulare

  • zur Erstellung und Bearbeitung von Kennzahlen – Aufbereitung für das interne Berichtswesen für
    a) die Pflegedienstleitung
    b) die Geschäftsführung

  • um bei Telefonaten sofort informiert zu sein – und um ggf. fehlende Informationen zu ergänzen

Deshalb empfehlen wir die gleiche Maßnahmen wie bei den Pflegedienstleitung: Zentrales Angebot für EDV-Schulungen insbesondere für Office-Programme. 

Handlungsempfehlung (mindestens drei Personen müssen die EDV-gestützte Personal-Einsatz-Planung beherrschen)

Es müssen mindestens drei Personen EDV-Personal-Einsatz-Planung in einer Station können.

Ansonsten sollte man die Personal-Einsatz-Planung mit Formularen und Stecktafeln durchführen.

 

Mit den besten Grüßen:

 


Frage am 20. August 2003

Sehr geehrter Herr Sießegger,
vielleicht können Sie mir helfen.
Meine Freundin (36 Jahre alt) ist seit 15 Jahren ausgebildete Krankenschwester und seit über 7 Jahren in der ambulanten Pflege.
Sie ist vom Aufgabenbereich stellvertretende Pflegedienstleitung (bei dem Verband XXX) und würde gern mal wissen, was sie ca. vom Gehalt fordern kann. Sie wird wie eine normale Mitarbeiterin bezahlt. 
Was verdient ca. die Stellvertreterin/ die Leiterin?
Das wäre sehr nett, wenn Sie uns nur die beiden Zahlen schicken könnten (brutto)
Vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen
Hans Meiser 

 

Antwort am 20. August 2003

Guten Tag Herr Meiser,

Ihre Freundin ist bei einem Arbeitgeber [Verband XXX] beschäftigt, der nach Tarif bezahlt.
Da gibt es kaum Ermessensspielräume in der Bezahlung.
Leider.

Denn eine Pflegedienstleitung bzw. eine Stellvertretung "verdient" mehr [wenn sie die hohen Anforderungen erfüllt, die heutzutage gestellt werden].
Sie "bekommt" es aber meist bei den Pflegediensten nicht.
Zwischen "verdienen" und "bekommen" ist also ein Unterschied.
Besonders gravierend wird dieser Umstand der tariflichen Bezahlung, wenn eine z.B. 30jährige, ledige, kinderlose Leitung [trotz Leitungszulage, meines Wissens ca. 150-200 Euro] weniger verdient als die z.B. "drei-kindrige", verheiratete 44jährige Kollegin, die schon seit 17 Jahren beim Verband XXX beschäftigt ist.

Ich kann hier in diesem Zusammenhang auf meinen Beitrag in FORUM Sozialstation verweisen:
Sießegger, Thomas: Top-Job Pflegedienstleitung. Mickriges Gehalt für´s Management. In: FORUM Sozialstation Nr. 121/ April 2003, S. 32-35.

Ich würde sagen, eine Pflegedienstleitung "verdient" bis zu 5.000 Euro pro Monat,
eine Stellvertretung bis zu 4.000 Euro pro Monat.
Das wird sie aber nur bei einem privaten Anbieter erreichen können, wo der Pflegedienstinhaber nicht in Personalunion die Pflegedienstleitung ist.
Weitere Voraussetzungen:
- Der Inhaber erkennt den Wert und die Bedeutung einer Pflegedienstleitung.
- Die Leitung oder Stellvertretung sind wirklich gut [flexibel, ständig fortgebildet, achten nicht auf Stunden, haben soziale Kompetenz usw.]
- Die notwendigen Voraussetzungen sind gegeben: Krankenschwester und die Ausbildung zur Pflegedienstleitung ["460 Std.-Kurs"]

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Sie wird [aus den o.g. formalen Gründen des Tarifvertrags] nicht mehr fordern können, nur wenn sie tatsächlich Leitung über mehrere Mitarbeiterinnen ausübt.
Ich bin aber kein Fachmann für Tarifrecht und -bezahlung.
Evtl. ist eine kleine Zulage möglich, aber meines Wissens bestimmt nicht mehr als 100 Euro pro Monat.

So ist das leider.

Beste Grüße: Thomas Sießegger

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